28.09.2026
Deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen geraten zunehmend in den Fokus chinesischer Technologie- und Know-how-Beschaffung. Der Verfassungsschutz warnt davor, dass wissenschaftliche Kooperationen von Peking für strategische und militärische Ziele genutzt werden könnten.
China arbeitet nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz seit Jahren am Aufbau eines umfassenden Systems, um sich Zugang zu Technologien und wissenschaftlichem Know-how zu verschaffen. Dabei geht es nach Angaben der Sicherheitsbehörde nicht nur um klassische Spionage. Auch die Zusammenarbeit mit deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen könne für diesen Zweck genutzt werden.
Das strategische Ziel Pekings ist dabei weitreichend: China wolle seine politische, wirtschaftliche, technologische und militärische Vormachtstellung weiter ausbauen.
Gerade die internationale Zusammenarbeit in der Wissenschaft bietet dabei besondere Möglichkeiten. „Die Beschaffung von Technologie und Know-how kann hierbei auch durch wissenschaftliche Kooperationen mit Universitäten und (Spitzen-)Forschungseinrichtungen in Deutschland erfolgen“, erklärt der Verfassungsschutz.
Besonders sensibel sind Forschungsbereiche, in denen zivile und militärische Anwendungen eng miteinander verbunden sind. Dazu gehören unter anderem Quantentechnologie, Künstliche Intelligenz und Hyperschalltechnik. Auch Bio- und Überwachungstechnologien stehen im Fokus.
Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes besteht zudem die Gefahr, dass chinesische Gastwissenschaftler für die strategischen Interessen Pekings eingesetzt werden könnten. Wissenschaftliche Zusammenarbeit wäre dann nicht mehr ausschließlich dem Austausch von Forschungsergebnissen verpflichtet, sondern könnte zugleich dem Technologietransfer dienen.
Hinzu kommt ein besonderer Aspekt des deutschen Wissenschaftssystems: die verfassungsrechtlich garantierte Freiheit von Wissenschaft und Forschung. Gerade diese Offenheit könne von chinesischer Seite ausgenutzt werden, um Zugang zu Wissen und Technologien zu erhalten.
Damit steht eine grundsätzliche Frage im Raum: Wie offen kann wissenschaftliche Zusammenarbeit sein, wenn Forschungsergebnisse zugleich für militärische oder strategische Zwecke genutzt werden können?
